Hintergrundwissen zu Blockchain-Token

In diesem Artikel wollen wir weiter auf die verschiedenen Arten von Token auf Blockchains gehen. Wir haben den Anspruch, Ihnen technisch einwandfreies Informationen bieten. Daher gehen wir zum Teil etwas tiefer ins technische Detail.

Die Details aus diesem Artikel ergänzen den Hauptartikel: → NFT kaufen

Was sind fungible Token?

Im Kontext von Blockchains ist ein Token ist ein digitaler Gegenstand, den man besitzen kann. Ein Token hat üblicherweise eine bestimmte Funktion und einen bestimmten Wert. Viele Tokens sind als Wertspeicher, Tauschmittel und Rechnungseinheit gedacht – sie bilden also digitales Geld ab (Payment Token, z.B. USDT). Darüber hinaus gibt es aber auch Token, welche für Abstimmungen verwendet werden können (Governance Token, z.B. UNI), die Funktion von Wertpapieren abbilden (Security Token) oder digitale Gutscheine, die ihren Besitzer zu irgendeiner Art von Zugang auf einer Plattform oder zu einer Dienstleistung berechtigen (Utility Token, z.B. GRT). Viele weitere Anwendungsfälle (etwa Social Token) gibt es oder werden womöglich gerade entwickelt. Allen diesen Token ist gemein, das sie fungibel, d.h. miteinander austauschbar, sind. Ein USDT hat die selben Eigenschaften und den selben Wert wie ein anderer USDT.

Die meisten Token werden auf der Blockchain Ethereum angeboten. Dies geschieht durch „Smart Contracts“ (Intelligente Verträge), welches nichts anderes als ausführbare Computerprogramme auf der Blockchain sind. Dabei hat sich der Standard EIP-20 (auch bekannt als ERC-20) durchgesetzt. Die Token existieren nur innerhalb des Vertrags, der wie eine in sich geschlossene Datenbank ist. Der Vertrag legt die Regeln für die Token fest (d.h. Name, Symbol, Teilbarkeit, Regeln für den Transfer usw.) und führt eine Liste, welche die Guthaben der Nutzer ihren Ethereum-Adressen zuordnet. Alle Verträge nach EIP-20 besitzen die selben standardisierten Methodennamen, so dass diese wiederum von anderen Verträgen auf die selbe Art und Weise verwendet werden können. Es gibt z.B. eine Methode um die verfügbare Gesamtmenge zu erfragen oder eine Methode um eine Menge von Token von einem Besitzer zu einem anderen Besitzer zu übertragen. So lassen sich größere Konstrukte, wie etwa dezentrale Börsen oder Kreditvergaben, auf der Blockchain konstruieren.

Achtung! Fungible Token sind häufig stark durch eine enorm volatile Finanzwelt geprägt. Neue Tokens kommen und gehen, es wird an zentralen und dezentralen Börsen ohne Regulierung gehandelt. Leider werden viel zu oft Investoren durch Betrug (man spricht hier von „rug pulls“) um ihre Einlagen gebracht. Der Handel mit neuen, unbekannten Tokens ist nur eine Sache für extrem risikoreiche Investoren – es besteht die Gefahr eines Totalverlustes!

Was sind Coins?

Coins sind die native Währung einer Blockchain, zum Beispiel Bitcoin (BTC) oder Ether (ETH). Mit Coins werden die Akteure belohnt, welche das Netzwerk am Laufen halten. Bei Ethereum nennt man diese Akteure „Miner„. Die Miner „schürfen“ neue Blöcke für die Blockchain und führen dabei die Smart Contracts aus. Coins sind ebenso nicht-fungibel, können aber nicht programmiert werden. Da sie das native Asset einer Chain sind, können Sie deutlich kostengünstiger als Tokens transferiert werden.

Was sind nicht-fungible Token (NFT)?

Wie man dem Namen „Non-Fungible Token“ entnehmen kann, sind diese Token nicht miteinander austauschbar. Es gibt von jedem nicht-fungiblen Token nur ein einziges Exemplar, welches durch eine einmalige ID identifiziert wird. Der „Goldstandard“ dieser Token richtet sich nach dem EIP-721, ein weiterer konkurrierender Standard trägt die Nummer EIP-1155*. Auf dem ersten Blick scheinen solche Einzelstücke eine seltsame Sache zu sein. Wofür braucht man einen Vertrag, der unterschiedliche Tokens verwaltet? Die Anwendungsfälle ergeben sich daraus, das man für jeden Token eine Internetadresse abfragen kann. Diese Internetadresse verweist auf ein JSON-Dokument in dem man wiederum beliebige Metadaten hinterlegen kann. In den Metadaten ist häufig die Internetadresse (URI) von einem Bild, einem Video, einer Audiodatei oder anderen digitale Güter hinterlegt. Man kann NFTs als digitale Kunst, Veranstaltungstickets, Sammelkarten, Spielgegenstände oder sogar Eigentumsnachweise für physische Dinge einsetzen. Entsprechende Apps und Webseiten (z.B. der Portfolio-Tracker von DappRadar) und zeigen alle hinterlegten Informationen wieder an.

* Mit EIP-1155 kann man Token erstellen, die doch wieder fungibel sind! Man kann damit einen „pseudo-NFT“ erstellen, von denen es mehrere limitierte Kopien gibt. Auf dem Marktplatz OpenSea können dann mehrere Personen die exakt selbe Sache erwerben.