„Atlantis 4“ (Element Feuer) 2026
Am Anfang stand ein Ammonit, 160 Millionen Jahre alt. Diese Zeitspanne lässt sich kaum begreifen. Wozu ist der Mensch auf der Erde, wie groß ist das Universum, was bedeutet Unendlichkeit? Für mich hat sich all das in dieser kleinen Spirale gespiegelt. Daraus ist über die Jahre ein ganzer Zyklus über die vier Elemente gewachsen: Wasser in tiefem Blau, Erde in Grün als Zeichen des Wachstums, Luft als Sog aus elf Druckplatten, an denen ich neun Monate gearbeitet habe.
Mit „Atlantis 4” schließe ich den Zyklus. Es ist das Element Feuer, und für mich das spannendste von allen. Wir leben in einer Zeit, in der sich alles wandelt, und das Feuer ist ihr Zeichen: Umbruch und Wärme, nicht nur Bedrohung. Die Grundform bleibt der Ammonit, aber jetzt wie eine planetarische Explosion, ein kosmischer Urknall, ein neues Licht, das aufsteigt. Eine Wandlung, in der wir mitten stehen. Und zwar zum Guten.
Zehn Monate bis zum finalen Druck
Das Gemälde dazu habe ich 2016 gemalt. Ob daraus je ein Druck werden würde, habe ich lange offen gelassen. Der Holzschnitt ist eine der ältesten Techniken der Bildkunst, und die schwierigste Frage war immer, wie ich die Malerei aufs Holz bringe. Darüber habe ich mehr als dreißig Jahre nachgedacht.
Von einer Masterplatte übertrage ich die Zeichnung millimetergenau auf jede weitere Platte. Zehn Holzstöcke, jeder trägt eine einzige Farbe. Gelb, Orange, Violett, Schicht um Schicht, und jede Farbe verändert die darunter. Geschnitten habe ich mit über hundert Stechbeiteln aus der Schweiz, gedruckt auf einer alten Buchdruckmaschine vom Ostdruck Rostock, die ich eigens dafür umgebaut habe. Auf diese Präzision kommt alles an, anders lässt sich ein solches Bild nicht drucken. Zehn Monate für ein einziges Blatt. Und ganz am Ende zählt das Licht: Ich arbeite so lange daran, bis es strahlt.
„Wichtig war mir, dass ich mit dem Holzschnitt besser bin als das Bild, noch eine Steigerung bekomme. Das geht nur mit diesen ganz klaren Farben. Bei dem Holzschnitt ist ein Licht drin, wie ich es mir gewünscht habe.”
Olaf Hoppe · aus „Der letzte Schnitt”
Die Entstehung
Der letzte Schnitt
Das Filmteam von Wismar-TV hat mich während der gesamten Arbeit an diesem Werk begleitet, von der ersten Idee bis zum letzten, entscheidenden Druck. So ist die sechsteilige Dokumentation „Der letzte Schnitt” entstanden:
Johnny Baaske und Theodor Jelen, beide vom Wismar-TV-Team, haben aus dieser Reihe unter ihrem eigenen Label JUNIMEDIA eine knapp halbstündige Gesamtfassung montiert. Sie erzählt die Entstehung von „Atlantis 4” in einem Stück und zeigt zusätzliche Szenen; die durchgehende Tongestaltung stammt von Theodor Jelen.
„Ich habe mich noch einmal herangetraut, und ich habe es erledigt. Ich hätte selbst nicht geglaubt, dass ich es schaffe. Jetzt sehe ich nur noch das Ergebnis und freue mich. Es ist Erleichterung: Ich habe es gemacht.”
Olaf Hoppe · aus „Der letzte Schnitt”
Der vollendete Zyklus
Vier Elemente, ein Zyklus. Über all die Jahre bin ich immer wieder zu ihm zurückgekehrt: 2014 das Wasser in tiefem Blau, im selben Jahr die Erde in Grün, 2017 die Luft. Das Feuer, das spannendste Element von allen, habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben. Mit ihm ist der Zyklus vollendet.
Mein letzter Holzschnitt

Ich möchte die Herzen berühren.
„In meinem Alter von 67 Jahren noch einmal über diese Latte zu springen, war eine ziemliche Herausforderung. Aber jetzt reicht es auch, mehr bedarf es nicht.”
Olaf Hoppe · aus „Der letzte Schnitt”
Atlantis 4 ist aller Voraussicht nach mein letzter Holzschnitt. Ich lege die Stechbeitel aus der Hand, auf dem Höhepunkt einer Tradition, die ich perfektioniert habe. Ein solches Meisterwerk entsteht nie wieder. Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar aus der limitierten Auflage.
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